Die letzten zwei Wochen unseres Aufenthalts auf Mallorca fühlten sich anders an als die Zeit zuvor. Nach sieben intensiven Wochen waren viele von uns müde und die Vorfreude auf zuhause wurde immer größer. Deshalb unternahmen wir weniger Ausflüge als am Anfang unseres Erasmus-Aufenthalts. Dennoch entschieden wir uns, noch einmal gemeinsam mit der historischen Bimmelbahn nach Sóller zu fahren. Sóller, eine Stadt im Nordwesten Mallorcas, ist vor allem für ihren Tourismus und ihre besondere Atmosphäre bekannt. Die etwa einstündige Fahrt mit der Bahn war für uns ein ruhiger Moment zum Durchatmen. Während draußen die mallorquinische Landschaft vorbeizog, konnten wir die vergangenen Wochen noch einmal Revue passieren lassen und einfach abschalten. Als wir ankamen, erwartete uns direkt an der Haltestelle ein großer Markt mit Schmuck, Kleidung und vielen kleinen Verkaufsständen. Gemeinsam schlenderten wir über den Markt, schauten uns alles in Ruhe an und genossen die entspannte Stimmung. Anschließend gingen wir an den Strand, setzten uns in den Sand, redeten viel miteinander und ließen den Moment bewusst auf uns wirken. Schließlich wagten wir sogar den Sprung ins Meer. Das Wasser war zwar sehr kalt, doch nach der ersten Überwindung fühlte es sich unglaublich erfrischend an. Wir lachten viel und verbrachten gemeinsam eine unbeschwerte Zeit – ein Moment, der uns allen besonders in Erinnerung bleiben wird.
Nach sieben intensiven und lehrreichen Wochen in Palma neigte sich unser Auslandspraktikum dem Ende zu. Der Abschied fiel uns nicht leicht, denn in dieser Zeit konnten wir sowohl fachlich als auch persönlich viele wertvolle Erfahrungen sammeln. Zum Abschluss überreichten wir den jeweiligen Kindertageseinrichtungen Abschiedsgeschenke als Zeichen unserer Dankbarkeit für die herzliche Aufnahme, die Unterstützung im Alltag und die wertvolle Begleitung während unseres Praktikums. Außerdem führten wir Abschlussgespräche mit unseren Praxisanleitungen. In diesen Gesprächen reflektierten wir unsere Entwicklung, erhielten konstruktives Feedback zu unserer pädagogischen Arbeit und wurden abschließend bewertet. Die Rückmeldungen waren für uns besonders bedeutend, da sie unsere Fortschritte sichtbar machten und uns wichtige Impulse für unsere weitere Ausbildung gaben.
In der letzten Woche besuchten wir noch einmal Orte, die uns während unseres Aufenthalts besonders ans Herz gewachsen waren – vor allem verschiedene Strandbuchten, an denen wir viele gemeinsame Erinnerungen gesammelt hatten. Jeder dieser Orte war mit eigenen Momenten verbunden. An jedem Platz verabschiedeten wir uns auf unsere persönliche Weise, mal still und nachdenklich, mal im gemeinsamen Gespräch über alles, was wir in den vergangenen Wochen erlebt hatten. Diese bewussten Abschiede halfen uns, innerlich einen Abschluss zu finden. Am letzten gemeinsamen Abend trafen wir uns schließlich zu acht, um noch einmal zusammen essen zu gehen. Der Abend war geprägt von Dankbarkeit, viel Lachen und gleichzeitig einer spürbaren Wehmut. Gemeinsam erinnerten wir uns an besondere Erlebnisse, Herausforderungen und viele lustige Situationen aus unserem Alltag in Palma. Uns wurde bewusst, dass nicht nur ein Praktikum endete, sondern ein besonderer Lebensabschnitt, der uns sowohl beruflich als auch persönlich nachhaltig geprägt hat.
Der Samstag, 28. Februar 2026, sollte eigentlich ein ruhiger Abreisetag werden. Doch bereits um 05:00 Uhr morgens erhielten wir eine E-Mail, die alles veränderte: Unser Rückflug wurde kurzfristig annulliert. Innerhalb weniger Minuten wurden alle geweckt – Müdigkeit, Schock und Überforderung lagen gleichzeitig in der Luft. Nach sieben intensiven Wochen auf Mallorca hatte niemand mit einem solchen Abschluss gerechnet. Sofort versuchten wir, eine Lösung zu finden. Wir riefen bei verschiedenen Airlines wie Eurowings und Lufthansa sowie bei den Flughäfen Palma de Mallorca und Stuttgart an, doch zunächst war niemand erreichbar. Also versuchten wir eigenständig online umzubuchen. Schnell wurde klar, dass der nächste reguläre Flug erst am folgenden Tag möglich gewesen wäre. Trotz der Unsicherheit entschieden wir uns, dennoch direkt zum Flughafen zu fahren, um vor Ort eine Alternative zu finden. Innerhalb von nur zwanzig Minuten packten wir hektisch die letzten Sachen zusammen, reinigten die Wohnung und machten uns gestresst auf den Weg zur Bushaltestelle. Gegen 07:00 Uhr angekommen, gingen Jana und Lirim zum Schalter, um persönlich nach Lösungen zu fragen. Tatsächlich gab es eine einzige Möglichkeit: einen Ersatzflug um 08:35 Uhr nach Saarbrücken statt nach Stuttgart. Von dort aus sollten wir mit dem Zug weiterreisen. Die Umbuchung erfolgte unkompliziert, zusätzliche Kosten entstanden uns nicht und für die Weiterreise erhielten wir Zug-Gutscheine. Um 09:45 Uhr landeten wir schließlich in Saarbrücken. Da der Hauptbahnhof etwa zwanzig Minuten entfernt lag, organisierten wir gemeinsam ein Großraumtaxi. Um 10:43 Uhr erreichten wir den Bahnhof, lösten unsere Zugtickets ein und setzten unsere Reise fort. Nach einem langen, ereignisreichen Tag kamen wir schließlich um 15:26 Uhr in Stuttgart an – erschöpft, aber erleichtert, wieder zuhause zu sein.
Rückblickend können wir sagen, dass diese sieben Wochen auf Mallorca eine einzigartige und prägende Erfahrung waren. Jede und jeder von uns hat die Zeit unterschiedlich erlebt, doch eines verbindet uns: Wir nehmen unzählige Erinnerungen, neue Perspektiven und persönliche Entwicklungen mit nach Hause. Und auch wenn das Abenteuer Erasmus unvergesslich bleibt, fühlt sich die Rückkehr nach Hause am Ende doch besonders an.




