Scora
    

Besuch in der Stuttgarter Synagoge und im Islamisch-Albanischen Zentrum Stuttgart

Schülerinnen und Schüler der Abschlussklasse BKSPIT-PIA 3 (Erzieher*innenausbildung als praxisintegrierte Berufsausbildung) erkunden religiöse Räume des Judentums und des Islams im Rahmen des Religionsunterrichts

„Ihr könnt ruhig Du sagen, wenn es OK ist für Euch“, die Führung in der Synagoge begann auf Augenhöhe und mit dem Akzent auf der Begegnung und dem Austausch. Viele Fragen über den jüdischen Gottesdienst, den Raum und auch die jüdischen Bräuche beantwortete Tuviah Christ mit großer Geduld. Die Schülerinnen der Abschlussklasse PIA 3 und die Lehrkräfte Elisabeth Lebherz und Dorothee Beer nahm er mit auf eine Reise in die Welt der Mystik. Er erzählte die Geschichte, die allen Religionen gleich sei: die Geschichte von der Seele, die einst aus dem Paradies in den Mutterbauch und schließlich in die Welt kam und niemals einen dieser Orte verlassen möchte. Er veranschaulichte daran den Glauben an das ewige Licht, dass die Menschen stets begleitet. Tuviah Christ, selbst Künstler und praktizierender Jude, berichtete vom Leben in der jüdischen Gemeinde. Seine Antwort auf die politischen Konflikte in Israel und der Welt: die Mystik, die die Menschen verbindet, und ein Engagement für Demokratie. 

Anschließend traf sich die Gruppe der Hilde-Domin-Schule an der Islamisch-Albanischen Moschee in Stuttgart-Münster. Seit Oktober 2022 ist die muslimische Gemeinde hier zu Hause. Sie hat das Gebäude gekauft und sich damit den Traum von einem hellen Raum mit Ausblick auf die Stuttgarter Weinberge und Hügel ermöglicht. An den hohen Feiertagen wie dem Ramadanfest und dem Opferfest platze die Mosche fast aus ihren Nähten, so der Vereinsvorsitzende Besim Limani. Rund 2200 Personen gehören der Moscheegemeinde an. Die Schulklasse der Erzieherinnen wohnte dem Mittagsgebet bei, zu dem am Montag rund 15 Personen in die Moschee kamen. Limani erklärte, dass unter der Woche nicht so viele Menschen kommen, weil sie ihre Arbeit zu lange unterbrechen müssten. Als nächstes Fest stehe das Opferfest vor der Tür – für ihn glücklicherweise nicht an einem Wochenende, denn die Logistik bereite ihm sonst bisweilen einen schlechten Schlaf. Mit dem Ordnungsamt arbeite die Gemeinde bei solchen Gelegenheiten eng zusammen. – Besonders aber auch mit anderen Religionsgemeinschaften werde ein enger Kontakt gepflegt, wie zum Beispiel bei der Zusammenarbeit im Rat der Religionen der Stadt Stuttgart.

Besamin Limani von der Moscheegemeinde (links) mit Schüler:innen in einem modernen Gebetsraum der Moschee; hölzerne Wände mit großer arabischer Kalligrafie, dekoratives Bogenfenster im Hintergrund.

Besamin Limani von der Moscheegemeinde mit Schüler:innen

Gruppenfoto von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften in der Stuttgarter Synagoge: vor dem Toraschrein, flankiert von Menora-Leuchtern; oben ein farbiges Fenster mit Davidstern. Rechts Tuviah Christ

Gruppenfoto der Klasse BKSPIT-PIA 3 mit Lehrkräften. Rechts im Bild Tuviah Christ von der jüdischen Gemeinde Stuttgart.