Schule, Aus- und Weiterbildung findet nicht nur in Baden-Württemberg statt. Das Erasmus Programm der EU ermöglicht uns Lehrkräften, uns mit Kolleginnen und Kollegen in Europa auszutauschen, Konzepte und Vorgehensweisen anderer Länder kennenzulernen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu besprechen und voneinander zu lernen. Eine Gelegenheit über den regionalen und nationalen Tellerrand zu blicken, die wir Lehrkräfte nicht so häufig bekommen.
Gespannt und voller Vorfreude sind wir (fünf Kolleg*innen aus der Abteilung Sozialpädagogik und die Schulleiterin) zu unserem dreitägigen Erasmus Jobshadowing Programm nach Palma de Mallorca gestartet, wo unsere Kolleg*innen der Antoni-Maura-Schule ein interessantes Programm für uns vorbereitet haben.
Nach einem schönen Sonntag am winterlichen Strand von Palma, steht am Montag, 2.2., nach ausgiebiger Begrüßung der spanischen Kolleg*innen, die im letzten Jahr bei uns in Herrenberg zu Besuch waren, eine Führung durch die Antoni-Maura-Schule auf dem Programm.
Antoni-Maura ist fast doppelt so groß wie die Hilde-Domin-Schule, hat viele Schüler*innen in allgemeinbildenden Schularten der Sek I und II und im berufsbildenden Zweig der Schule bieten sie die Ausbildung zur*zum Kita-Erzieher*in an, die unseren Ausbildungsgängen im Fachbereich Sozialpädagogik sehr ähneln.
Nach interessanten Einblicken in die Arbeit an der Antoni-Maura-Schule, von der Schulbesichtigung, über die Podcast-Aufnahme bis zur Unterrichtsteilnahme, lassen wir den Tag gemeinsam bei Tapas und Gesprächen ausklingen.
Wild durcheinander wird da in Katalan, Spanisch, Deutsch und Englisch kommuniziert und wir erfahren, dass Sprache an der Schule auch hier ein wichtiges Thema ist. Mallorca hat viele Zuwanderer, die die Sprache erst lernen müssen und man ist hin und hergerissen, welche Sprache nun im Vordergrund stehen soll, Katalan oder Spanisch.
In den nächsten Tagen besichtigen wir verschiedene Kitas, eine neue mit preisgekrönter Architektur, eine alte Innenstadt-Kita mit Schwerpunkt auf regionaler Kultur, Sprache und Küche, wir sprechen mit engagierten Erzieherinnen, diskutieren Probleme, die wir kennen und teilen in Deutschland, tauschen Lösungsansätze aus, staunen über kulturelle Unterschiede.
Die Kolleg*innen von Antoni-Maura sprechen alle gut Englisch, aber an den Kitas und im Museum, wo wir erklärt bekommen, wie hier kleine Kinder an Kunst herangeführt werden, sind wir froh, dass Franziska Bulling für uns übersetzt.
Wir machen auch ganz neue kulinarische Erfahrungen, nicht immer der ganz einfachen Art. Als wir beim Mittagessen im Dorflokal in Llubi zur Vorspeise einen Teller Schnecken angeboten bekommen, müssen wir schon schlucken. Die mallorquinischen Kolleg*innen finden das sichtlich amüsant und erklären uns schmunzelnd, die kreisrunden Bällchen im Fleischeintopf, den es als Hauptspeise gibt, seien ungelegte Hühnereier, eine Spezialität.
Am letzten Abend (Mi, 4.2.) treffen wir uns mit den neun Schüler*innen aus der 2BKSP2, die hier seit drei Wochen an verschiedenen Einrichtungen ihr Praktikum absolvieren, in WGs zusammen wohnen und ihren Alltag in einem fremden Land bewältigen. Sie erzählen von Herausforderungen und Problemen, die sie bewältigt haben, von Entdeckungen, die sie gemacht haben, ihren Plänen für die nächsten Wochen. Alle machen einen fröhlichen, stolzen Eindruck. Alle haben den Praxisbesuch von Tabea Kraut erfolgreich hinter sich gebracht.
Nicht erst ab heute Abend ist klar, das Praktikum in Palma ist eine bereichernde, wichtige Erfahrung für die Schüler*innen. Und nicht nur sie. Auch wir haben sehr von diesen ereignisreichen Tagen in Palma profitiert. Muchas Gracias an das Erasmus-Programm, an unsere Kolleg*innen von Antoni-Maura und an Sabine Thiem für die perfekte Organisation.












