Scora
    

Sozialpädagogik-Urgesteine in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet

Die langjährigen Sozialpädagogik-Lehrkräfte Andrea Deiß-Jenth, Wolfgang Geiger und Elisabeth Maier-Digel wurden zum Schuljahresende von Schulleiterin Marion Schönhaar und dem Kollegium in den Ruhestand verabschiedet.

 

Schulleiterin Marion Schönhaar würdigte in ihren sehr persönlichen Reden den individuellen Lebensweg und das schulische Engagement der drei angehenden Pensionär*innen. 

Lehrkräfte aus der Abteilung Sozialpädagogik hatten ein buntes Unterhaltungsprogramm vorbereitet: Verkleidet als Rapper performten sie ein umgedichtetes „MfG“ von den Fantastischen Vier. Zahlreiche Akronyme und Begriffe aus dem Schultag (z.B.: UVL, BNE, IF, Moodle, Drive-BW, LFB, ÖPR, GLK und ZSL) schallten durchs Schulhaus. Der Refrain schloss jeweils mit den Worten: „Die Welt liegt euch zu Füßen, denn ihr habt jetzt frei, nach den vielen Schuljahrzehnten dürft ihr nur genießen.“ 

Friedrike Kuschnitzki schrieb ein Theaterstück mit dem Titel „Die Goldene Schulnadel – Oder: Das war im Bewertungsbogen nicht vorgesehen“, welches sie zusammen mit einigen Kolleginnen und Kollegen aufführte. In dem humorvollen Stück versuchten zwei externe Entscheider*innen als Vertreter*innen des Schulsystems nach scheinbar objektiven Kriterien, die Goldene Schulnadel an eine der drei zu verabschiedenden Lehrkräfte zu verleihen. Fürsprecherinnen aus dem Kollegium würdigten jeweils die Lebensleistung der drei an der Hilde. Kurz vor der Entscheidung fassten die Fürsprecherinnen noch einmal die wichtigste Eigenschaft der jeweiligen Person zusammen: Andrea Deiß-Jenth sollte die Goldene Nadel erhalten „weil Bildung ohne Neugier stehen bleibt“, Wolfgang Geiger „weil Bildung ohne Vertrauen nicht wachsen kann“ und Elisabeth Maier-Digel „weil ohne Menschlichkeit Schule ihren Sinn verliert“. Das Theaterstück endete damit, dass die Goldene Schulnadel in drei Stücke geteilt wurde und alle drei einen Teil erhielten. Neben einem Abteilungskalender, der vergleichbar einem Adventskalender jeden Monat ein bis zwei Überraschungen enthält, wurde allen dreien ein individuelles Geschenk überreicht.

Aufgelockert wurden die Verabschiedungen durch musikalische Beiträge der Schulband unter Leitung von Musiklehrer Anton Khananyev. Mit einem leckeren Buffet und vielen anregenden Gesprächen klang dieser besondere Abschiedsabend aus.

Andrea Deiß-Jenth wurde nach ihrem Referendariat in Nürtingen und ersten Dienstjahren an der Hedwig-Dohm-Schule Stuttgart 2003 an die Hilde-Domin-Schule abgeordnet und 2004 zu uns nach Herrenberg versetzt. Neben ihrer engagierten Lehrtätigkeit an unserer Schule war sie seit 2005 zudem als Fachberaterin für Sozialpädagogik für das Regierungspräsidium Stuttgart tätig. Neben der Privatschulaufsicht, gab sie u.a. mit Friederike Kuschnitzki Fortbildungen und wirkte in zahlreichen sozialpädagogischen Bildungsplankommissionen mit. Sie selbst bezeichnet die Hilde als „Insel der Seligen“: Neben einem guten Austausch im Team bieten sich hier viele kreative Gestaltungsmöglichkeiten. Lehrkräften im Vorbereitungsdienst stand sie regelmäßig als Mentorin zur Seite.

Wolfgang Geiger absolvierte seinen Direkteinstieg in Pforzheim und wurde nach einigen Jahren im Schuldienst 2008 an die Hilde-Domin-Schule versetzt. Bald übernahm der die Abteilungsleitung und prägte die Abteilung Sozialpädagogik durch seine fachliche Kompetenz, seinen auf Vertrauen in die Menschen begründeten Führungsstil und die effiziente Gestaltung von Abläufen. Er setzte sich vehement für die Einrichtung der Schulart BFQEE an der Hilde ein. Nach sieben Jahren entschloss er sich die Abteilungsleitungsstelle wieder abzugeben und komplett als Lehrkraft tätig zu sein.

Elisabeth Maier-Digel fasste nach einer hauswirtschaftlichen Ausbildung am Berufskolleg in Reutlingen den Entschluss technische Lehrerin an einer Beruflichen Schule zu werden. 1981 begann sie ihren Vorbereitungsdienst an der Hauswirtschaftlichen Schule in Esslingen; nach einem kurzen Zwischenspiel in Schwäbisch-Gmünd war sie dort 20 Jahre als Lehrkraft tätig. 2006 wurde sie an die Hilde-Domin-Schule versetzt. Sie ist begeistert, weil man hier nach dem Unterricht oft noch zusammensitzt, neue Projektideen spinnt und weil es ein tolles Schulgebäude mit am Menschen orientierter Pädagogik gibt. Sie war viele Jahre in der Sozialpädagogik und in der Berufsvorbereitung im Kunst- und Hauswirtschaftsunterricht tätig, vertrat die Interessen des Kollegiums als Personalrätin. Sie begleitete Schüler*innen viele Jahre als Klassenlehrkraft und begleitete sehr viele Klassenfahrten und Exkursionen. Durch ihre einfühlsame, behutsame Art hat sie vielen Schüler*innen den Zugang zur Kunst vermittelt. 

Wir wünschen unseren nun ehemaligen Kolleginnen alles erdenklich Gute für ihren weiteren Lebensweg! Danke für die gemeinsame Zeit! 

Die Schulleitung und das Kollegium der Hilde-Domin-Schule

Im Innenhof des Schulgebäudes stehen drei lächelnde Erwachsene Arm in Arm; zwei tragen Brillen. Sommerliches Abendlicht, grüne Pflanzen und geöffnete Fenster im Hintergrund.

v.l.n.r.: Andrea Deiß-Jenth, Elisabeth Maier-Digel, Wolfgang Geiger