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Studienreise der 2BKSP2 nach Wien

Eine spannende Studienfahrt nach Wien erlebten Schüler*innen der Klasse 2BKSP2 (schulischen Ausbildung zur Erzieher*in) Mitte September: alternative Stadtführung durch (ehemals) Obdachlose, Einblicke in die pädagogische Ausbildung in Österreich, Workshop in der Albertina zum Thema „Pride, Akzeptanz, Respekt, Vielfalt“…

Wer aus der Klasse war schon mal in Wien?

Niemand - und so ging es am Dienstag, den 16.09.25 mit den beiden Klassenlehrern Mario Walter und Josef Demerath und Elisabeth Maier-Digel, als weiblicher Begleitperson, mit dem Zug zu früher Morgenstunde in die Hauptstadt unserer Nachbarrepublik Österreich.

Eine lange Fahrt, Umsteigen, schon belegte reservierte Sitzplätze, Verspätungen – alles was Reisen zum Abenteuer macht. Und doch irgendwann, die Ankunft im zentral gelegenen 6. Wiener Gemeindebezirk Mariahilf, an unserem Vienna Westend City Hostel. Die Top-Lage des Hostels bot eine Vielzahl an gastronomischen Möglichkeiten und so endete der Abend in einem nahe gelegenen vietnamesischen Restaurant.

Der Mittwoch begann mit einer Stadtführung der etwas anderen Art. Shades Tours bietet diese Touren an, die von (ehemals) obdachlosen Personen selbst durchgeführt werden. Denn wer könnte Obdachlosigkeit besser und authentischer erklären, als die (ehemals) betroffenen Personen selbst. Eindrücklich wird erklärt, wie das Wiener Sozialsystem funktioniert. Die Orte, wo die Stadt niederschwellige Hilfeleistungen unbürokratisch anbietet, werden gezeigt. Selbstverständlich ohne jegliches „Obdachlosen-Watching“, denn eine wichtige Erkenntnis – Obdachlosigkeit muss nicht sichtbar sein!

Am Nachmittag dann ein weiterer Höhepunkt: der Besuch der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik der Stadt Wien „bafep 21“. Zu dieser spannenden Einrichtung ging es in den 21. Bezirk, Floridsdorf. Mit interessanten Informationen über die sich doch unterscheidenden Ausbildungsmöglichkeiten in Österreich im Vergleich zu unseren Qualifizierungen für den Erzieher*innenberuf in Baden-Württemberg, machte uns Frau Liebhart bekannt.

Zusammengefasst gibt es:

  • Die „BafEP ab 14“, die junge Menschen zu Elementar*pädagoginnen ausbildet, ab Klasse 8 als 8-jährige Ausbildung.
  • Das „Kolleg CHANGE“, welches das gleiche Ausbildungsziel für Erwachsene in 5 Semestern anbietet.
  • Die „Schule für Assistenzpädagog*innen“, Dauer 3 Jahre, Mindestalter 18 Jahre.

Ein wesentlicher Unterschied zu unserer Ausbildung: Alle Bewerber*innen machen eine Eignungsprüfung.

Diese beurteilt:

  • ein musikalisches Grundverständnis, Singstimme, ein Instrument
  • Die Sprachkompetenz in Deutsch
  • Kreativität
  • Kontakt und Kommunikationsfähigkeit
  • Körperliche Gewandtheit und Belastbarkeit. Die Bewerber*innen müssen auch schwimmen können.

Im Anschluss fanden zwei wunderbare Workshops statt, die von Schüler*innen und ihrer Kunstlehrerin Elisabeth Maier-Digel vorbereitet wurden. Mit großem Vergnügen nach einem „Geheimrezept“ wurden Seifenblasen selber hergestellt und großformatige Kunstwerke in der Murmeltechnik fabriziert. Eine großartige Möglichkeit mit viel Dynamik, die Schüler*innen der Schule kennenzulernen, Fragen beantwortet zu bekommen, in Austausch gehen zu können.

Ein beeindruckender Neubau soll 2026 bezogen werden. Mit dieser neuen Architektur geht auch eine Neuorganisation der Ausbildung einher. Mit sechs Departements, sogenannten Homebases wird eine hochschulähnliche Struktur geschaffen.

Am Donnerstag stand der Besuch der Albertina an. Diese liegt im 1. Bezirk der Innenstadt und vereint somit alle touristischen Hotspots. Sie beherbergt einen Tiefenspeicher in dem 1,2 Mio. Zeichnungen und Drucke verwahrt werden. Damit ist das Kunstmuseum das drittgrößte der Welt, was die grafische Sammlung angeht. Die Führung mit anschließendem Workshop war zum Thema: Pride, Akzeptanz, Respekt, Vielfalt. Und so begann der Rundgang in der historischen Residenz der Habsburger im Palais Erzherzog Albrechts mit den 9 (nackten Musen) im prunkvollen stuckmarmorverzierten Musensaal. Ein rasanter Querschnitt durch verschiedene Epochen schloss sich an und endet mit Pablo Picassos „Frau mit Grünem Hut“, welches 1947 unter dem Einfluss des 2. Weltkrieges entstand. Im Atelier des Museums war Material zum Erstellen von Plakaten zum Thema Pride vorgesehen.

 

Eine coole Stadt, die unbedingt auch selbst erkundet werden muss. Dafür gab es Zeit. Der Freitag stand im Zeichen der Abfahrt, ein Austausch samt Reflexion war dank des schönen Wetters im Innenhof des Hostels noch ausführlich möglich.

Eine unvergessliche Studienfahrt endete spät am Abend – und wetten, dass niemand zum letzten Mal dort war.

Schüler*innen aus der Klasse 2BKSP2 bei der alternativen Stadtführung durch Wien durch (ehemals) Obdachlose

Schüler*innen aus der Klasse 2BKSP2 bei der alternativen Stadtführung durch Wien durch (ehemals) Obdachlose

Ein Teil der Schülergruppe steigt die Treppe zum Kunstmuseum Albertina hoch.

Besuch der Albertina

Eingangsportal der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik der Stadt Wien „bafep 21“

Besuch der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik der Stadt Wien „bafep 21“

Ergebnis des Workshops "Murmeltechnik"

Ergebnis des Workshops "Murmeltechnik"